Ein Protokoll für die Feldbeobachtung: Situation, Handlung, Umgebung, Abweichung

Ein Protokoll für die Feldbeobachtung: Situation, Handlung, Umgebung, Abweichung

Ein Protokoll für die Feldbeobachtung: Situation, Handlung, Umgebung, Abweichung

Ein Protokoll für die Feldbeobachtung: Situation, Handlung, Umgebung, Abweichung

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Zugang und Feld

Von

leefs Redaktion

Ein Feldprotokoll ist dann brauchbar, wenn sich aus jeder Zeile später eine Anforderung oder ein Befund ableiten lässt. Dafür braucht jede Beobachtung eine Zeitmarke, eine Situation, eine Handlung, die Umgebung in diesem Moment und die Abweichung vom erwarteten Ablauf. Die Checkliste fasst zusammen, was das Protokoll enthält und was ohne die einzelnen Angaben fehlt.

Einordnung

Im Feld beobachten Sie während der laufenden Arbeit. Es gibt keine zweite Aufnahme und keinen Moderationsleitfaden, der die Reihenfolge vorgibt. Das Protokoll ersetzt beides. Es ist so aufgebaut, dass jede Beobachtung eine eigene Nummer bekommt und später einzeln weiterverarbeitet werden kann: als Nutzungsanforderung in der Spezifikation oder als Befund mit Schweregrad im Testbericht.

Kopf des Protokolls

  • Datum, Ort und Art des Arbeitsplatzes (Betriebstyp, Fahrzeug, Leitstand), ohne Personenbezug. Ohne diese Angaben lässt sich die Beobachtung später keinem Nutzungskontext zuordnen.

  • Gerät, Softwarestand und Konfiguration des geprüften Produkts. Ohne Versionsstand kann das Produktteam einen Befund keinem Release zuordnen.

  • Anonymisierte Kennung der beobachteten Person (etwa T-03). Damit lassen sich Beobachtungen einer Person zusammenführen, ohne dass ihr Name im Protokoll steht.

Einwilligung vor Ort

  • Einwilligung in die Beobachtung, getrennt nach Notizen, Foto, Video, Ton und Live-Streaming, vor der ersten Aufnahme eingeholt und dokumentiert. Ohne Einwilligung darf das jeweilige Material nicht angefertigt werden.

  • Hinweis auf Widerruf und darauf, dass die Beobachtung die Arbeit nicht bewertet. Ohne diesen Hinweis verändert die Beobachtung das Verhalten stärker, als sie es ohnehin tut.

  • Regelung für Dritte, die in Bild oder Ton geraten können (Kolleginnen und Kollegen, Kundschaft, Kennzeichen, Bildschirme mit Daten). Ohne Regelung muss das Material nachträglich geschnitten oder verworfen werden.

Die Checkliste zur Einwilligung im Feld führt diese Punkte im Einzelnen aus. Ob und wie die Datenschutz-Grundverordnung für Ihre Erhebung gilt, klären die Datenschutzbeauftragten Ihres Hauses.

Das Raster je Beobachtung

  • Laufende Nummer je Beobachtung (B-01, B-02). Ohne Nummer lassen sich Nachgespräch, Videoausschnitt und spätere Anforderung nicht auf dieselbe Stelle beziehen.

  • Zeitmarke, synchron mit der Aufzeichnung, falls es eine gibt. Ohne Zeitmarke ist der Videoausschnitt zur Beobachtung später nicht auffindbar.

  • Situation: welche Aufgabe gerade läuft und in welchem Schritt sich die Person befindet. Ohne Situation ist unklar, ob eine Abweichung die Aufgabe betrifft oder etwas anderes.

  • Handlung: was die Person tut, in beobachtbaren Begriffen (tippt, greift, blickt, wartet), ohne Deutung. Ohne die Trennung von Handlung und Deutung geht die Deutung später als Beobachtung durch.

  • Umgebung in diesem Moment: Licht, Vibration, Handschuhe, Lärm, Unterbrechung, Verbindung, so wie sie in dieser Sekunde galten. Ohne diese Angabe lässt sich eine Abweichung nicht auf eine Umgebungsbedingung zurückführen.

  • Abweichung vom erwarteten Ablauf: Umweg, Abbruch, Wiederholung, Zweitsystem, Nachfrage. Ohne Abweichung ist die Zeile eine Beschreibung, aus der weder Befund noch Anforderung folgt.

  • Wörtliche Äußerungen in Anführungszeichen und als solche markiert. Ohne Markierung vermischen sich Zitat und Paraphrase.

Foto und Video

  • Fotos aus der Blickrichtung der bedienenden Person, damit Reflexionen und Sichtwinkel erkennbar sind. Ein Foto von der Seite zeigt nicht, was die Person sah.

  • Keine Aufnahme von Bildschirmen mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten, oder Freigabe dafür eingeholt. Ohne Freigabe darf der Ausschnitt nicht an das Kundenteam gehen.

Nachgespräch

  • Nachgespräch nach der Arbeit, mit Verweis auf die nummerierten Beobachtungen. Ohne Verweis erinnert sich die Person an die Situation nicht mehr genau.

  • Frage nach Umwegen, die zur Gewohnheit geworden sind. Ohne diese Frage bleiben die eingeübten Umwege unerwähnt.

  • Antworten als Aussagen der Person markiert, getrennt von den Beobachtungen. Ohne Trennung wird eine Selbstauskunft zur Beobachtung.

Was ohne die Angaben fehlt

Ohne Zeitmarke und Nummer lässt sich ein Befund nicht mit dem Video und dem Nachgespräch verbinden, und das Produktteam kann ihn nicht nachvollziehen. Ohne die Umgebung im Moment der Abweichung entsteht eine Anforderung ohne Bedingung, die im nächsten Labortest wieder besteht und im Feld wieder scheitert. Ohne dokumentierte Einwilligung kann das Material nicht verwendet werden, unabhängig davon, wie aufschlussreich es ist.