Miele Digital: Usability-Testing vernetzter Hausgeräte, Research Operations und Befähigung des UX-Teams

Miele Digital verantwortet die digitalen Produkte rund um die vernetzten Hausgeräte von Miele. Vor einem Marktstart stand das Zusammenspiel von Gerät und App zur Prüfung an, obwohl beide Seiten nur als Prototypen existierten. Geprüft wurde, ob Nutzende Gerät und App in Betrieb nehmen können.

Beobachtungen
  1. 00:04Ob Nutzende Gerät und App ohne fremde Hilfe in Betrieb nehmen, war offen.
  2. 00:08Die Stellen, an denen Nutzende abbrechen, waren unbekannt.
  3. 00:12Der Test zeigte, an welcher Stelle des Ablaufs Nutzende aussteigen.
  4. 00:16Erst die flow-genaue Dokumentation machte diese Punkte adressierbar.
  5. 00:20Entscheidungen stützten sich bis dahin auf Annahmen.
Kunde
Miele Digital
Leistung
Evaluierung & Usability Testing
Format
Moderierte Sessions vor Ort im Labor
Panel
Testpersonen mit Affinität für vernetzte Hausgeräte
Lesezeit
2 Minuten
Stand
9. September 2026
Kurzfassung

TL;DR

  1. Problem

    Zwei Prototypen, offener Ausgang

    Gerät und App lagen nur als Prototypen vor. Ob die Inbetriebnahme gelingt, war vor dem Marktstart offen.

  2. Vorgehen

    Fester Termin, enger Rahmen

    Der Termin stand fest: Planung, Rekrutierung und Durchführung in wenigen Wochen, moderiert und vor Ort im Labor.

  3. Ergebnis

    Abbruchstellen rechtzeitig bekannt

    Vor dem Marktstart war bekannt, an welchen Stellen Nutzende abbrechen, und das Produktteam konnte den Ablauf noch ändern.

  4. Impact

    Aus der Studie wurde Praxis

    Aus der Einzelstudie wurde eine Zusammenarbeit über mehrere Jahre: Research Operations, Befähigung des UX-Teams, Schulungen nach ISO 9241.

Die Challenge

Ein Produkt prüfen, das es noch nicht gab

Gerät und App sollten zum Marktstart zusammenspielen. Zu diesem Zeitpunkt existierte beides nur als Prototyp. Ob Nutzende die Inbetriebnahme ohne Hilfe durchlaufen, war offen.

Anspruchsvoll war die Aufgabe aus zwei Gründen. Die Prototypen mussten für den Test stabil miteinander interagieren, damit die Abläufe realitätsnah durchlaufen werden konnten. Und der Zeitrahmen war eng: Planung, Rekrutierung und Durchführung standen in wenigen Wochen, weil ein fester Abgabetermin bestand.

Prototypen
Gerät und App sollten zum Marktstart zusammenspielen. Zu diesem Zeitpunkt existierte beides nur als Prototyp.
Stabilität
Die Prototypen mussten für den Test stabil miteinander interagieren, damit die Abläufe realitätsnah durchlaufen werden konnten.
Zeitrahmen
Planung, Rekrutierung und Durchführung standen in wenigen Wochen, weil ein fester Abgabetermin bestand.
Vorgehen

Moderierte Usability-Tests im Labor

Der Termin stand fest: Planung, Rekrutierung und Durchführung in wenigen Wochen, moderiert und vor Ort im Labor.

  1. 01Setup

    Zwei Prototypen im Zusammenspiel

    leefs rekrutierte Testpersonen mit Affinität für vernetzte Hausgeräte und führte die Sessions vor Ort und moderiert durch. Für den Test wurden Hardware-Prototyp und App-Prototyp so verbunden, dass Aktionen am Gerät und in der App aufeinander reagierten. Grundlage war ein Testdesign mit Diskussionsleitfaden.

    Aufbau
    Hardware-Prototyp und App-Prototyp verbunden
    Grundlage
    Testdesign mit Diskussionsleitfaden
    Format
    Vor Ort, moderiert
  2. 02Beobachtung

    Flow-genau dokumentiert

    Die Beobachtung war flow-genau angelegt: dokumentiert wurde, ob die Inbetriebnahme gelang und an welchem Schritt sie scheiterte. Das Vorgehen folgt der Evaluation aus Nutzersicht nach ISO 9241, die Bewertungsgrößen sind Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung.

    Dokumentiert
    Ob die Inbetriebnahme gelang und an welchem Schritt sie scheiterte
    Maßstab
    Effektivität, Effizienz, Zufriedenstellung nach ISO 9241
  3. 03Ergebnis

    Rechtzeitig vor dem Marktstart

    Die Ergebnisse lagen kurz nach Testabschluss beim Produkt- und Designteam und flossen in die Entscheidungen vor dem Marktstart ein.

    Übergabe
    Kurz nach Testabschluss an Produkt- und Designteam
    Wirkung
    Eingang in die Entscheidungen vor dem Marktstart
Aha-Moment

Der Hebel lag in der eigenen Fähigkeit.

Perspektive Miele Digital

Der Test zeigte, an welcher Stelle des Ablaufs Nutzende aussteigen. Erst die flow-genaue Dokumentation machte diese Punkte adressierbar. Im Team entstand daraus die Erkenntnis, dass solche Studien regelmäßig und aus eigener Kraft laufen sollten.

Perspektive leefs

Methodisch interessant war die Verbindung zweier Spuren, die sonst nacheinander laufen. Während operative Studien liefen, wurden gleichzeitig interne Kompetenzen aufgebaut. Bestätigt hat sich außerdem, dass Befähigung rollenspezifisch zugeschnitten sein muss. Product Owner brauchen andere Inhalte und ein anderes Zeitbudget als UX-Designerinnen und UX-Designer.

Projekt-Impact

Nutzungshürden werden vor dem Marktstart sichtbar

4 / 4 behoben
  1. 01Ob Nutzende Gerät und App ohne fremde Hilfe in Betrieb nehmen, war offen. Kurz vor dem Marktstart lag beides nur als Prototyp vor.Danach: Die Stellen, an denen Nutzende bei der Inbetriebnahme ausstiegen, waren vor dem Marktstart bekannt und flossen in die Gestaltung des Ablaufs ein.
  2. 02Die Stellen, an denen Nutzende die Inbetriebnahme abbrechen, waren unbekannt.Danach: Bedienhürden lagen offen, solange das Produktteam den Ablauf noch ändern konnte.
  3. 03Entscheidungen über Konzepte stützten sich auf Annahmen darüber, wie Nutzende vorgehen.Danach: Das Produktteam entscheidet über Konzepte anhand beobachteter Nutzung.
  4. 04Fragen zur Nutzung ließen sich im Team nicht aus eigener Kraft klären.Danach: Fragen zur Nutzung klärt das Team im laufenden Betrieb selbst, ohne sie extern zu beauftragen.

Miele Digital klärt Nutzungsfragen damit im eigenen Haus, mit einem gemeinsamen methodischen Rahmen nach ISO 9241 für UX und Produktmanagement. Die Zusammenarbeit läuft seit mehreren Jahren.

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