Nutzerzentrierte Portalentwicklung für institutionelle Anleger bei Union Investment Institutional
Union Investment Institutional betreibt ein Online-Portal für institutionelle Anleger. Das Portal erfüllte seine technischen Grundfunktionen, passte aber nicht zu den Arbeitsabläufen seiner Nutzenden. leefs hat die Weiterentwicklung über mehrere Jahre mit Research begleitet und Produktentscheidungen auf dokumentiertes Nutzerwissen gestellt.
- 00:04Die Menüstruktur war im Usability-Test nicht nachvollziehbar.
- 00:08Funktionen lagen nicht dort, wo Nutzende sie suchten.
- 00:12Wer eine Auswertung brauchte, wechselte in eigene Tabellen.
- 00:16Fondsdaten, Reportings und Dokumente lagen verstreut.
- 00:20Erst in der Hospitation wurde sichtbar, wie unterschiedlich die drei Bereiche arbeiten.
- Kunde
- Union Investment Institutional
- Leistung
- Human-centered Research
- Format
- Remote, vor Ort und in moderierten Workshops
- Panel
- Kundeneigenes Forschungspanel
- Lesezeit
- 2 Minuten
- Stand
- 9. September 2026
TL;DR
- Problem
Portal am Arbeitsablauf vorbei
Das Portal deckte die Arbeitsabläufe institutioneller Kunden nicht ab. Nutzende wichen auf eigene Workflows und externe Lösungen aus.
- Vorgehen
Methodenwechsel über Jahre
leefs kombinierte Kontextinterviews, Hospitationen vor Ort, Kano-Analyse, quantitative Befragungen und Usability-Tests mit Prototypen.
- Ergebnis
Priorisierung aus Kundensicht
Die Kano-Analyse priorisierte die Funktionen der ersten Ausbaustufe aus Kundensicht. Parallel entstand ein kundeneigenes Forschungspanel.
- Impact
Alles im Portal gebündelt
Fondsdaten, Reportings und Dokumente stehen im Portal bereit, geordnet nach den Arbeitsabläufen von Treasury, Controlling und Meldewesen.
Ein Portal für drei Arbeitswelten
Das Portal verwaltet Fondsdaten, Reportings und Dokumente für Nutzende, die im Finanzsektor unter hohem Zeitdruck arbeiten. Die Vorgängerversion traf deren Arbeitsweise nicht. Statt das Portal durchgängig zu nutzen, griffen viele Anwenderinnen und Anwender auf eigene Workflows und externe Lösungen zurück. Ein Usability-Test zur Navigation zeigte, dass die Menüstruktur für die Nutzenden nicht nachvollziehbar war.
Hinzu kam die Zugänglichkeit der Zielgruppe. Institutionelle Kunden sind schwer erreichbar, Interviews laufen über den Vertrieb, und die Nutzerschaft ist intern heterogen. Treasury, Controlling und Meldewesen nutzen dasselbe Portal, arbeiten aber mit unterschiedlichen Datenanforderungen und Entscheidungsrhythmen.
- Ausweichen
- Statt das Portal durchgängig zu nutzen, griffen viele Anwenderinnen und Anwender auf eigene Workflows und externe Lösungen zurück.
- Zugang
- Institutionelle Kunden sind schwer erreichbar, Interviews laufen über den Vertrieb.
- Heterogen
- Treasury, Controlling und Meldewesen nutzen dasselbe Portal, arbeiten aber mit unterschiedlichen Datenanforderungen und Entscheidungsrhythmen.
Iteratives Research mit wechselnden Methoden
leefs kombinierte Kontextinterviews, Hospitationen vor Ort, Kano-Analyse, quantitative Befragungen und Usability-Tests mit Prototypen.
- 01Rahmen
Iterationsprinzip nach ISO 9241
Der methodische Kern folgte dem Iterationsprinzip der menschzentrierten Gestaltung nach ISO 9241: Nutzungskontext verstehen, Nutzungsanforderungen ableiten, Gestaltungslösungen entwickeln, gegen die Anforderungen evaluieren. Vor jeder Phase stand die Frage, was jetzt zu wissen ist und welche Methode dazu eine geprüfte Antwort liefert.
- Zyklus
- Nutzungskontext, Anforderungen, Gestaltung, Evaluation
- Leitfrage vor jeder Phase
- Was ist jetzt zu wissen?
- 02Erhebung
Methodenwechsel je Fragestellung
Erhoben wurde remote, in der jeweiligen Arbeitsumgebung und in moderierten Workshops: leitfadengestützte Kontextinterviews, Hospitationen vor Ort, eine Kano-Analyse zur Priorisierung, quantitative Befragungen sowie Usability-Tests mit interaktiven Prototypen.
- Methoden
- Kontextinterviews, Hospitationen, Kano-Analyse
- Ergänzt
- Quantitative Befragungen, Usability-Tests mit Prototypen
- 03Ergebnis
Geteilte Arbeitsgrundlage und Panel
Es entstanden Personas, Aufgabenmodelle und Journey Maps als geteilte Arbeitsgrundlage, überprüfbare Nutzungsanforderungen, priorisierte Befunde, annotierte Designs für das interne Entwicklungsteam und ein dokumentiertes Research-Repository. Parallel baute leefs ein kundeneigenes Forschungspanel auf.
- Artefakte
- Personas, Aufgabenmodelle, Journey Maps
- Dauerhaft
- Research-Repository, kundeneigenes Forschungspanel
Drei Nutzergruppen arbeiten unterschiedlich.
Perspektive Union Investment Institutional
Den Erkenntnissprung brachten die Hospitationen vor Ort. Erst dort wurde sichtbar, wie unterschiedlich Treasury, Controlling und Meldewesen arbeiten. Sie folgen anderen Taktgebern und haben andere Datenanforderungen. Bis dahin war das Portal als einheitliches System für eine im Kern homogene Nutzergruppe gedacht worden. Die Produktentwicklung stellte daraufhin von einem gemeinsamen Nenner auf differenzierte Nutzungskontexte um.
Perspektive leefs
Für leefs bestätigte das Projekt den Wert der Methodenkombination. Remote-Formate liefern schnell Breite, Arbeitsabläufe erschließen sich in der Beobachtung am Arbeitsplatz. Qualitative Phasen schaffen Verständnis, quantitative Phasen schaffen Evidenz. Erst die Kombination machte die Priorisierung im Produktteam belastbar.
Kürzere Wege im Arbeitsalltag
- 01Fondsdaten, Reportings und Dokumente lagen verstreut. Nutzende trugen sie außerhalb des Portals zusammen.Fondsübersicht, Reportings und Dokumente sind im Portal gebündelt. Nutzende erreichen sie, ohne die Anwendung zu verlassen.
- 02Wer eine Auswertung brauchte, wechselte in eigene Tabellen und externe Lösungen.Reports abrufen und Auswertungen ansehen gelingt im Portal selbst. Der Umweg über eigene Tabellen entfällt für diese Schritte.
- 03Die Menüstruktur war im Usability-Test nicht nachvollziehbar. Funktionen lagen nicht dort, wo Nutzende sie suchten.Suche und Dashboards sind so geordnet, dass Treasury, Controlling und Meldewesen ihre Kennzahlen an der Stelle finden, an der sie im Arbeitsablauf gebraucht werden.
- 04Treasury, Controlling und Meldewesen arbeiten mit unterschiedlichen Datenanforderungen und Entscheidungsrhythmen, sahen aber dieselbe Oberfläche.Produktentscheidungen richten sich nach der am Arbeitsplatz beobachteten Nutzung statt nach Annahmen über eine einheitliche Zielgruppe.
Union Investment Institutional entwickelt das Portal auf diesem dokumentierten Nutzungswissen weiter, ohne bei null anzufangen.
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