Eine Produktvision für AMAZONE, entwickelt mit Landwirtinnen und Landwirten

AMAZONE wollte wissen, wie Landwirtinnen und Landwirte die Bedienung ihrer Maschinen auf lange Sicht erleben werden. Die vorhandene Produktvision für die Mensch-Maschine-Schnittstelle stammte aus der Innenperspektive des Unternehmens. leefs führte dazu einen Design-Thinking-Workshop mit Landwirtinnen und Landwirten durch und übersetzte deren Arbeitsalltag in Problemfelder und Zukunftsszenarien.

Beobachtungen
  1. 00:04Auf die Frage nach technischen Wünschen kamen pauschale Antworten.
  2. 00:08Auf die Frage nach dem künftigen Arbeitstag folgten konkrete Erzählungen.
  3. 00:12Die intern angenommenen Schwerpunkte und die gewichteten Themen waren nicht deckungsgleich.
  4. 00:16Die Reibungspunkte bei der Bedienung waren in der Entwicklung nicht bekannt.
  5. 00:20Eine kurze Rechercheaufgabe vorab senkte die Hemmung vor der Kreativarbeit.
Kunde
AMAZONE
Leistung
Human-centered Design Engineering
Format
Moderierter Design-Thinking-Workshop
Panel
Landwirtinnen und Landwirte aus dem leefs-Netzwerk
Lesezeit
2 Minuten
Stand
9. September 2026
Kurzfassung

TL;DR

  1. Problem

    Vision ohne Nutzerstimme

    AMAZONE hatte eine interne Produktvision zur Mensch-Maschine-Schnittstelle. Die Perspektive der Landwirtinnen und Landwirte fehlte darin.

  2. Vorgehen

    Workshop mit Landwirten

    leefs führte einen Design-Thinking-Workshop mit Landwirtinnen und Landwirten durch, von der Problemanalyse bis zur Zukunftsvision.

  3. Ergebnis

    Vision folgt dem Arbeitsablauf

    Die Produktvision folgt den Arbeitsabläufen im Feld, und die Entwicklung kennt die Reibungspunkte in der Bedienung der Maschinen.

  4. Impact

    Machbarkeit trifft Bedarf

    Die Ergebnisse flossen in die laufende Visionsarbeit ein und verbinden technische Machbarkeit mit erhobenen Nutzerbedürfnissen.

Die Challenge

Vision ohne Nutzerstimme

AMAZONE arbeitet seit Jahren an der Frage, wie die Mensch-Maschine-Schnittstelle in der Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll. Interne Workshops mit Geschäftsführung und Produktlinienverantwortlichen hatten erste Bilder einer möglichen Zukunft hervorgebracht. Sie stammten sämtlich aus dem Unternehmen selbst.

Die Zielgruppe ist heterogen. Sie reicht von Einzelbetrieben bis zu Lohnunternehmen, von technikaffinen Frühnutzern bis zu skeptischen Pragmatikern, und sie arbeitet unter realen Feldbedingungen mit Schmutz und Zeitdruck. Sie kennt ihren Arbeitsalltag als Fachleute, spricht aber keine Designsprache. Der Workshop musste diese Expertise aktivieren, ohne die Aussagen durch vorgegebene Konzepte zu verzerren.

Innenperspektive
Interne Workshops hatten erste Bilder einer möglichen Zukunft hervorgebracht. Sie stammten sämtlich aus dem Unternehmen selbst.
Heterogen
Die Zielgruppe reicht von Einzelbetrieben bis zu Lohnunternehmen, von technikaffinen Frühnutzern bis zu skeptischen Pragmatikern.
Fachsprache
Die Zielgruppe kennt ihren Arbeitsalltag als Fachleute, spricht aber keine Designsprache.
Vorgehen

Design Thinking mit Feldkompetenz

leefs führte einen Design-Thinking-Workshop mit Landwirtinnen und Landwirten durch, von der Problemanalyse bis zur Zukunftsvision.

  1. 01Rekrutierung

    Auswahl nach Feldkompetenz

    leefs rekrutierte die Teilnehmenden über das eigene Netzwerk, ausgewählt nach Betriebsgröße, Erfahrung mit digitalen Schnittstellen und Maschinentypen. Das AMAZONE-Team konnte bei ausgewählten Phasen zuschauen und mit abstimmen. Die internen Stakeholder erlebten die Nutzerperspektive damit unmittelbar.

    Kriterien
    Betriebsgröße, Erfahrung mit digitalen Schnittstellen, Maschinentypen
    Beteiligung
    AMAZONE-Team bei ausgewählten Phasen als Zuschauende
  2. 02Problemraum

    Diskussion, Clustern, Priorisieren

    Der Workshop begann mit einer moderierten Diskussion zu Problemen aus dem Arbeitsalltag, die anschließend geclustert und priorisiert wurden. Fachlich entspricht dieser Teil dem Verstehen und Festlegen des Nutzungskontexts nach ISO 9241.

    Start
    Moderierte Diskussion zu Problemen aus dem Arbeitsalltag
    Fachlich
    Verstehen und Festlegen des Nutzungskontexts nach ISO 9241
  3. 03Kreativphase

    Szenarien für den künftigen Arbeitstag

    In der Kreativphase entwickelten die Teilnehmenden Szenarien für ihren künftigen Arbeitstag. Als Ergebnis entstanden priorisierte Problemfelder, ein Kundenportrait, Zukunftsszenarien und ein Moodboard.

    Ergebnis
    Priorisierte Problemfelder, Kundenportrait, Zukunftsszenarien, Moodboard
Aha-Moment

Landwirte denken in Arbeitsalltagen.

Perspektive AMAZONE

Die intern angenommenen Problemschwerpunkte und die von den Teilnehmenden gewichteten Themen waren nicht deckungsgleich. Die Priorisierung durch die Nutzer lieferte ein Korrektiv, das eine interne Diskussion nicht erzeugen kann.

Perspektive leefs

Methodisch zeigte sich ein zweites Muster. Auf die Frage nach technischen Wünschen kamen pauschale Antworten. Auf die Frage nach dem künftigen Arbeitstag folgten konkrete Erzählungen. Eine kurze Rechercheaufgabe vorab brachte die Gruppe zudem mit eigenem Vorwissen in den Raum und senkte die Hemmung vor der Kreativarbeit.

Projekt-Impact

Die Produktvision folgt den Arbeitsabläufen im Feld

4 / 4 behoben
  1. 01Die Produktvision beruhte auf der Innenperspektive des Unternehmens.Danach: Die Produktvision beruht auf den Arbeitsabläufen der Landwirtinnen und Landwirte.
  2. 02Welche Themen für Landwirtinnen und Landwirte dringend sind, war intern angenommen.Danach: Die Entwicklung kennt die Reibungspunkte im Arbeitsalltag, an denen eine künftige Bedienung ansetzen muss.
  3. 03Die Reibungspunkte bei der Bedienung der Maschinen waren in der Entwicklung nicht bekannt.Danach: Intern für dringend gehaltene Themen ließen sich an der Sicht der Anwenderinnen und Anwender prüfen und neu ordnen.
  4. 04Technische Machbarkeit und Nutzerbedarf wurden getrennt betrachtet.Danach: Technische Machbarkeit und Nutzerbedarf lassen sich in der weiteren Visionsarbeit gegeneinander abwägen.

Die Arbeit an der Produktvision setzt damit an den Arbeitsabläufen der Anwenderinnen und Anwender an.

Nächster Schritt

Möchten auch Sie eine Produktvision entwickeln, die interne Expertise und die erhobene Nutzerperspektive zusammenbringt?

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