Internationale User Research und Research Operations für die Digital-Farming-Suite von CLAAS

Vor dem Relaunch seiner digitalen Produktsuite stand CLAAS vor der Herausforderung, Produktentscheidungen für drei Plattformen und mehrere europäische Märkte auf belastbares Nutzerfeedback zu stützen. leefs hat über mehrere Jahre die operative User-Research-Funktion aufgebaut und betrieben, von der Bewertung der Ausgangssituation bis zur Evaluation vor dem Live-Gang.

Beobachtungen
  1. 00:04Maschinenstatus ließ sich allein über Farbe erkennen.
  2. 00:08Bei Rot-Grün-Sehschwäche also nicht sicher.
  3. 00:12Im Schlepper erschwerten Vibration und Sonneneinstrahlung die Bedienung.
  4. 00:16Arbeitshandschuhe kamen dazu.
  5. 00:20Bedienhürden fielen erst im laufenden Betrieb auf.
Kunde
CLAAS
Leistung
Human-centered Research
Format
Alpha- und Beta-Phasen in mehreren europäischen Märkten
Panel
Internationales Beta-Panel aus dem Kundenbestand
Lesezeit
2 Minuten
Stand
9. September 2026
Kurzfassung

TL;DR

  1. Problem

    Erkenntnisse blieben im Projekt

    CLAAS entwickelte eine Produktsuite für mehrere europäische Märkte. Erkenntnisse aus Einzelprojekten waren teamübergreifend nicht nutzbar.

  2. Vorgehen

    Research Operations und Beta-Panel

    leefs bewertete den Reifegrad der Organisation, baute Research Operations auf und betrieb ein internationales Beta-Panel.

  3. Ergebnis

    Fehler vor dem Live-Gang

    Die Alpha- und Beta-Phasen deckten Usability-Probleme und Fehler vor dem Live-Gang auf, ergänzt um ein Expert Review der Anwendungen.

  4. Impact

    Anwendungen im Feldeinsatz

    Die Anwendungen funktionieren im Feldeinsatz, Produktentscheidungen richten sich teamübergreifend nach beobachteter Nutzung.

Die Challenge

Erkenntnisse blieben im eigenen Projekt

CLAAS entwickelt digitale Anwendungen für Feldplanung, Maschinenverwaltung und Erntedokumentation. Die Zielgruppe ist hochspezialisiert und saisonal eingeschränkt verfügbar. Was in einem norddeutschen Ackerbaubetrieb funktioniert, hält in anderen europäischen Märkten nicht zwangsläufig stand.

Dazu kam die Realität des Feldeinsatzes: Bedienung im Schlepper bei Vibration, direkte Sonneneinstrahlung, Arbeitshandschuhe oder verschmutzte Hände, Zeitdruck im saisonalen Spitzenbetrieb. Intern arbeiteten mehrere Teams parallel an einer komplexen Suite. Erkenntnisse entstanden in Einzelprojekten und erreichten die anderen Teams nicht.

Zielgruppe
Die Zielgruppe ist hochspezialisiert und saisonal eingeschränkt verfügbar.
Feldeinsatz
Bedienung im Schlepper bei Vibration, direkte Sonneneinstrahlung, Arbeitshandschuhe oder verschmutzte Hände, Zeitdruck im saisonalen Spitzenbetrieb.
Silos
Erkenntnisse entstanden in Einzelprojekten und erreichten die anderen Teams nicht.
Vorgehen

Erst die Struktur, dann die Studie

leefs bewertete den Reifegrad der Organisation, baute Research Operations auf und betrieb ein internationales Beta-Panel.

  1. 01Struktur

    Reifegrad bewerten, Prozesse aufsetzen

    Zu Projektbeginn haben wir den Reifegrad der Organisation in der menschzentrierten Gestaltung bewertet. Darauf aufbauend entstanden Prozesse für eine feedbackgetriebene Entwicklung: ein zentrales Insights-Repository, ein durchgängiger Weg von Bugreporting und UX-Tracking in die Produktplanung sowie ein Panel-Management im laufenden Betrieb. Produkt-Owner haben wir in User-Research-Methoden geschult.

    Bewertet
    Reifegrad in der menschzentrierten Gestaltung
    Aufgebaut
    Insights-Repository, Weg von Bugreporting und UX-Tracking in die Produktplanung
    Geschult
    Produkt-Owner in User-Research-Methoden
  2. 02Panel

    Internationales Beta-Panel

    Für das internationale Beta-Panel haben wir lokalisierte Rekrutierungsstrategien entwickelt und Teilnehmende über die Vertriebsteams aus dem bestehenden Kundenbestand gewonnen. In die Kriterien haben wir leichte visuelle Einschränkungen aufgenommen, insbesondere Rot-Grün-Sehschwächen.

    Rekrutierung
    Lokalisiert, über die Vertriebsteams aus dem Kundenbestand
    Kriterien
    Leichte visuelle Einschränkungen, insbesondere Rot-Grün-Sehschwächen
  3. 03Studien

    Nutzungskontextanalyse und Evaluation

    Die Nutzungskontextanalyse nach ISO 9241 lief über die Themen der Alpha-Phase, ergänzt um Feldforschung. Es folgten Konzepttests, moderierte Usability-Tests, Tiefeninterviews, Zufriedenheitsbefragungen und ein Expert Review der Anwendungen.

    Grundlage
    Nutzungskontextanalyse nach ISO 9241, ergänzt um Feldforschung
    Methoden
    Konzepttests, moderierte Usability-Tests, Tiefeninterviews, Zufriedenheitsbefragungen, Expert Review
Aha-Moment

Die Bedingungen im Feld sind der Normalfall.

Perspektive CLAAS

Für CLAAS verschob sich die Bewertung der Nutzungsbedingungen. Sonneneinstrahlung, Handschuhe, Vibration und Müdigkeit gehören in der Landwirtschaft zum Normalbetrieb. Zusammen mit der Rot-Grün-Sehschwäche eines Teils der Zielgruppe hat das die Anforderungen an farbcodierte Zustandsanzeigen verändert. Zustände werden seitdem zusätzlich über Form, Beschriftung und Position codiert.

Perspektive leefs

Für leefs hat das Projekt zwei Punkte bestätigt. Die Rekrutierungsentscheidung wirkt stärker als die Methodenwahl, weil Teilnehmende aus dem Kundenbestand das Produkt aus dem Einsatz kennen. Und Research wirkt erst, wenn die Struktur davor steht.

Projekt-Impact

Die Anwendungen funktionieren unter Feldbedingungen

4 / 4 behoben
  1. 01Maschinenstatus und Konflikte ließen sich allein über Farbe erkennen, bei Rot-Grün-Sehschwäche also nicht sicher.Danach: Aufgaben gelingen unter den Bedingungen des Feldeinsatzes, also bei Vibration, Sonneneinstrahlung, Arbeitshandschuhen und Zeitdruck in der Saison.
  2. 02Im Schlepper erschwerten Vibration, Sonneneinstrahlung und Arbeitshandschuhe die Bedienung.Danach: Zustände und Meldungen sind über Form, Beschriftung und Position erkennbar, auch ohne die Farbe.
  3. 03Was zur Arbeitspraxis eines Marktes passte, ging an den Abläufen in anderen Märkten vorbei.Danach: Fehler und Bedienhürden waren vor dem Live-Gang behoben, statt im Betrieb bei den Nutzenden aufzulaufen.
  4. 04Bedienhürden fielen erst im laufenden Betrieb auf.Danach: Produktentscheidungen über Teams hinweg richten sich nach beobachteter Nutzung statt nach Annahmen einzelner Bereiche.

Die Anwendungen passen damit zu den Arbeitsabläufen in den Zielmärkten. Die Zusammenarbeit ist inzwischen auf die strategische Produktvision ausgeweitet.

Nächster Schritt

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