Befundtypen im Accessibility-Test und ihre Schweregrade

Befundtypen im Accessibility-Test und ihre Schweregrade

Befundtypen im Accessibility-Test und ihre Schweregrade

Befundtypen im Accessibility-Test und ihre Schweregrade

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Barrierefreiheit

Von

leefs Redaktion

Die Auswertung eines Accessibility-Tests braucht eine Systematik, damit Befunde vergleichbar und priorisierbar sind. Wir unterscheiden vier Befundtypen: blockierende Befunde, Umwege mit hohem Aufwand, Orientierungsverluste und unstimmige Ansagen der Sprachausgabe. Diese Checkliste beschreibt je Typ die Kriterien für den Schweregrad und was davon in den Bericht gehört.

Einordnung

Die vier Typen folgen den Größen der Gebrauchstauglichkeit nach ISO 9241-11. Ein blockierender Befund verletzt die Effektivität, ein Umweg die Effizienz. Orientierungsverlust und unstimmige Ansage sind Vorstufen, die je nach Ausgang zum Abbruch, zum Umweg oder zu einer Beeinträchtigung der Zufriedenstellung führen. Jeder Befund erhält Typ, Schweregrad und Häufigkeit über die Sitzungen; die Skala ist im Bericht erklärt.

Blockierende Befunde

  • Die Aufgabe wurde nicht zu Ende geführt, und die Person hatte keinen Umweg. Das ist das Kriterium für den höchsten Schweregrad; die Effektivität ist für diese Nutzungssituation und Technologie nicht gegeben.

  • Die Ursache war für die Person nicht wahrnehmbar: eine Fehlermeldung ohne Ansage, ein Dialog ohne Fokus, ein Element ohne Tastaturzugriff. Ein Abbruch ohne wahrnehmbare Ursache wiegt schwerer, weil die Person keinen Ansatzpunkt hat.

  • Der Befund trat bei allen oder den meisten Sitzungen mit derselben Technologie auf. Häufigkeit ist das zweite Kriterium neben der Wirkung; ein einmaliger Abbruch bleibt blockierend und wird in der Häufigkeit ausgewiesen.

  • In den Bericht gehören: Nutzungssituation, Schritt, Technologie mit Version, beobachtetes und erwartetes Verhalten, Verweis auf die Aufzeichnung, Häufigkeit, Adresse der Behebung. Ohne den Verweis auf die Aufzeichnung lässt sich der Abbruch nicht nachstellen.

Umwege mit hohem Aufwand

  • Die Aufgabe wurde zu Ende geführt, aber über einen Weg, den das Angebot nicht vorsieht: Überschriftennavigation statt Formularmodus, Suche statt Menü, Lesen des umgebenden Texts statt der Beschriftung. Das Kriterium ist die Abweichung vom vorgesehenen Weg, und der Schweregrad steigt mit dem Aufwand.

  • Der Aufwand ist messbar: zusätzliche Schritte, zusätzliche Zeit gegenüber Sitzungen ohne assistive Technologie, Anzahl der Anläufe. Diese Größen erfassen Effizienz nach ISO 9241-11 und machen den Umweg für das Management sichtbar.

  • Die Person hat den Umweg aus Routine gefunden. Das ist Kompensationsverhalten; der Bericht kennzeichnet es, weil eine weniger geübte Person an derselben Stelle abbricht.

  • In den Bericht gehören: der vorgesehene Weg, der genommene Weg, die Aufwandsgrößen, die Aussage der Person zum Umweg. Die Aussage der Person ist eine Fachauskunft über ihre Technologie.

Orientierungsverluste

  • Die Person wusste zeitweise nicht, wo sie sich im Angebot befindet, etwa nach einem Seitenwechsel, einem Dialog oder dem Wechsel in eine Fremdkomponente. Das Kriterium ist die Frage nach dem Standort oder das wiederholte Lesen derselben Stelle.

  • Der Schweregrad richtet sich nach Dauer und Ausgang: mit Abbruch als blockierend, mit Umweg als Umweg, sonst als Orientierungsverlust.

  • Die Ursache liegt meist in der Fokusführung oder in fehlenden Ansagen zum Kontextwechsel. Der Bericht kennzeichnet die vermutete Ursache als Vermutung.

  • In den Bericht gehören: der Auslöser des Verlusts, die Dauer, der Ausgang, die Stelle in der Aufzeichnung. Orientierungsverluste an Übergängen zwischen Komponenten erhalten die Adresse des Integrationsteams.

Unstimmige Ansagen der Sprachausgabe

  • Die Ansage passt nicht zum sichtbaren Inhalt oder zur Funktion: eine Schaltfläche ohne Namen, eine Beschriftung am falschen Feld, eine Statusmeldung, die etwas anderes sagt als der Bildschirm. Das Kriterium ist der Widerspruch zwischen Ansage und Angebot.

  • Der Schweregrad richtet sich nach der Folge: Eine Ansage, die zu einer Fehlhandlung führt, wird als blockierend oder Umweg geführt; eine erkannte und übergangene bleibt unstimmige Ansage.

  • Die Ansage ist formal korrekt, im Kontext aber missverständlich. Werkzeuge und Expert Evaluations melden diese Befunde selten, weil die Regel eingehalten ist; sie tauchen meist erst im Test mit Nutzenden auf.

  • In den Bericht gehören: der Wortlaut der Ansage, der sichtbare Inhalt, die erwartete Ansage nach Aussage der Person, die Stelle in der Aufzeichnung. Die erwartete Ansage kommt von der Person, die weiß, was ihre Technologie an dieser Stelle sonst sagt.

Was ohne die Angaben fehlt

Ohne Typ und Schweregrad stehen Befunde ohne Rangfolge nebeneinander. Ohne Häufigkeit lässt sich ein einmaliger Befund nicht von einem systematischen unterscheiden. Ohne Verweis auf die Aufzeichnung lässt sich ein Befund nicht nachstellen. Ohne die Kennzeichnung von Kompensationsverhalten liest das Management einen Umweg als Erfolg. Mit allen Angaben ist der Bericht die Grundlage für die Reihenfolge der Behebung und für die Nachprüfung, die mit denselben Typen und Schweregraden auswertet.