So bereiten Sie ein Reifegrad-Assessment vor

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So bereiten Sie ein Reifegrad-Assessment vor

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Verankerung

Von

leefs Redaktion

Ein Reifegrad-Assessment erhebt Prozesse, Strukturen, Kompetenzen und Kultur an Dokumenten und in Interviews. Die Erhebung geht schneller, wenn die Unterlagen vorliegen und die Gesprächspartner terminiert sind, bevor sie beginnt. Diese Checkliste richtet sich an UX-Verantwortliche, die ein Assessment intern ankündigen und terminieren.

Einordnung

Das Assessment beantwortet die Frage, wo die Organisation heute steht. Es arbeitet mit zwei Quellen: Artefakten und Prozessdokumenten einerseits, Interviews mit Rollen aus mehreren Ebenen andererseits. Die Vorbereitung entscheidet, wie viel Zeit in die Erhebung geht und wie viel in die Suche nach Unterlagen und Terminen.

Artefakte und Dokumente

  • Die aktuelle Prozessbeschreibung der Produktentwicklung liegt vor, inklusive Gates und Freigabeschritten. Sie zeigt, an welchen Punkten Nutzungsevidenz vorgesehen ist.

  • Beispiele der letzten Nutzungskontextbeschreibungen und Nutzungsanforderungen sind zusammengestellt, mit Datum und Projekt, dazu Personas, falls vorhanden. Daran lässt sich prüfen, ob die Artefakte gepflegt und referenziert werden.

  • Die letzten Usability-Test-Berichte und Evaluationsergebnisse sind verfügbar. Sie zeigen, ob Ergebnisse dokumentiert und in Entscheidungen zitiert werden.

  • Release- oder Review-Protokolle der letzten Vorhaben liegen vor. Sie sind die Quelle für die Frage, ob eine Entscheidung wegen einer Beobachtung geändert wurde.

  • Roadmap und Priorisierungskriterien der Produktbereiche sind einsehbar. Daran zeigt sich, ob Nutzungsevidenz bei der Priorisierung eine Rolle hat.

Strukturen und Rollen

  • Organigramm und Rollenbeschreibungen für UX, Research, Design und Produktmanagement sind aktuell. Sie zeigen, ob Verantwortung für Nutzungsanforderungen benannt ist.

  • Gremienordnungen und Eskalationswege sind dokumentiert oder werden im Interview beschrieben. Die Dimension Strukturen wird daran erhoben.

  • Stellenprofile und Trainingshistorie der beteiligten Rollen sind zusammengestellt. Sie sind die Grundlage für die Dimension Kompetenzen.

Interviewpartner

  • Je Ebene ist mindestens eine Person terminiert: Geschäftsleitung oder Bereichsleitung, Mid-Management in Produkt und Entwicklung, Teammitglieder aus Research, Design und Entwicklung. Die Dimension Kultur lässt sich nur über alle drei Ebenen erheben.

  • Rollen außerhalb von UX sind eingeplant: Produktmanagement, Entwicklung, Controlling oder Qualitätssicherung. Sie beschreiben, wie Nutzungsevidenz bei ihnen ankommt.

  • Die Interviewtermine liegen nach der Sichtung der Dokumente, mit Abstand für die Auswertung. So lassen sich Abweichungen zwischen Dokument und Aussage im Gespräch klären.

  • Die Selbsteinschätzung im Workshop ist getrennt von den Interviews terminiert. Beide Quellen werden erst in der Auswertung zusammengeführt.

Rahmen

  • Der Zweck des Assessments ist intern kommuniziert: Standortbestimmung der Organisation, keine Bewertung von Personen. Das senkt die Schwelle, Lücken offen zu benennen.

  • Der Adressat des Ergebnisses ist benannt, ebenso der Termin, zu dem es gebraucht wird, etwa eine anstehende Planungsrunde. Daran hängt, wie der Bericht aufgebaut wird.

  • Vertraulichkeit für Interviews ist geklärt. Aussagen werden nicht personenbezogen berichtet.

Was ohne die Angaben fehlt

Ohne Prozessdokumente und Protokolle bleibt die Dimension Prozesse Selbstauskunft. Ohne Interviews über mehrere Ebenen bleibt die Dimension Kultur eine Einschätzung derjenigen, die im Workshop sitzen. Ohne Rollenbeschreibungen lässt sich Verantwortung nur erfragen und nicht prüfen. Das Assessment liefert dann Einschätzungen statt eines erhobenen Ist-Stands, und der Fahrplan baut auf Annahmen auf.