Die Pflichtschulung ist absolviert, die Teilnahmeliste liegt in der Ablage, und die Geschäftsführung fragt im nächsten Termin, was sich seit dem Rollout in der Arbeit verändert hat. Mit der Teilnahmeliste allein können Sie diese Frage nicht beantworten. Diese Checkliste ordnet die Punkte, die über die Pflichtschulung hinaus zu klären sind, und nennt je Punkt, woran Sie erkennen, ob eine Angabe erhoben oder geschätzt ist. Fristen und Pflichten aus Artikel 4 AI Act klärt die juristische Prüfung.
Einordnung
Die Schulungspflicht ist erfüllt. Die Arbeit hat sich noch nicht verändert. Diesen Satz hören wir von KI-Beauftragten, Personalentwicklung und Compliance in Organisationen mit laufendem Rollout: Der Output steigt, und zugleich wird unklar, wer Ergebnisse prüft und wer die Verantwortung dafür hat. Ein Nachweis, der diesen Zustand beschreibt, braucht mehr als Teilnahmelisten. Er braucht Angaben zu Rollen, Werkzeugen, Arbeitsabläufen und Messung. Gehen Sie die Liste mit den Bereichen durch, die mit den Werkzeugen arbeiten, und nicht allein am Schreibtisch; die meisten Angaben lassen sich nur dort erheben. Ob und wie Artikel 4 für Ihre Organisation gilt, klärt die Rechtsabteilung. Die folgenden Punkte klären, was Sie unabhängig davon wissen sollten.
Die Checkliste
Die Rollen, die mit KI-Werkzeugen arbeiten, sind benannt. Sachbearbeitung, Entwicklung, Kundenservice und Führung benutzen dieselben Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben; KI-Kompetenz ist je Rolle eine andere. Erhoben ist die Liste, wenn sie aus Gesprächen mit den Bereichen stammt; eine Liste aus dem Organigramm ist eine Annahme über die Nutzung.
Die Werkzeuge je Rolle sind erfasst. Neben den freigegebenen Werkzeugen waren in den Organisationen, die wir begleitet haben, weitere in Nutzung; ein Nachweis, der nur die freigegebenen nennt, beschreibt die Arbeitspraxis unvollständig. Fragen Sie in den Bereichen nach, was am Arbeitsplatz geöffnet ist; die Freigabeliste der IT allein ist eine Annahme.
Die Aufgaben, in denen KI-Ausgaben entstehen, sind beschrieben. Der Nutzungskontext nach ISO 9241-210, also Person, Aufgabe, Werkzeug und Umgebung, ist dafür die Grundlage; ohne ihn lässt sich weder Kompetenz noch Wirkung je Rolle bestimmen. Erhoben ist die Beschreibung, wenn sie aus Beobachtung oder Interview am Arbeitsplatz stammt; eine Prozesslandkarte aus dem Qualitätsmanagement zeigt den Sollablauf und nicht die Nutzung.
Je Delegation an ein System ist ein Übergabepunkt benannt. Benannt ist, wer die Ausgabe prüft, bevor sie in den nächsten Arbeitsschritt geht, und nach welchem Kriterium. Ohne benannten Übergabepunkt bleibt die Verantwortung unklar. Im Review erkennen Sie einen erhobenen Übergabepunkt daran, dass eine Rolle mit Person und ein Kriterium dort stehen und keine Abteilung.
Es ist dokumentiert, wo Ergebnisse geprüft worden sind. Stichproben, Review-Gates oder Freigaben zeigen, an welchen Stellen Qualität kontrolliert wird und an welchen nicht. Erhoben ist die Angabe, wenn Protokolle oder Freigabevermerke vorliegen; die Aussage „wird geprüft" ohne Vermerk ist eine Annahme.
Die Ausgangslage ist gemessen. Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung nach ISO 9241-11, also Zielerreichung, Aufwand und Bewertung durch die Nutzenden, bezogen auf die Arbeitsaufgabe, ergeben eine Baseline; ohne Messung vor der Maßnahme fehlt später der Vergleich. Eine Baseline mit Erhebungsdatum und Verfahren ist gemessen; ein Wert aus der Erinnerung der Führungskraft ist geschätzt.
Die erwartete Veränderung im Arbeitsablauf ist messbar formuliert. Ein Programm, das „mehr Kompetenz" verspricht, lässt sich nicht nachprüfen; ein Programm, das den Korrekturaufwand je Aufgabe senken soll, schon. Prüfen Sie, ob das Ziel dieselbe Größe nennt wie die Baseline.
Die Compliance-Ablage enthält Rollen, Werkzeuge, Programm und Messwerte. Eine Teilnahmeliste dokumentiert eine Schulung; erst die Verbindung zur Arbeitspraxis dokumentiert, was sich verändert hat. Prüfen Sie, ob jede Angabe in der Ablage eine Quelle und ein Datum trägt.
Der Rechtsstand ist geprüft. Welche Pflichten, Fristen und Geltungsbereiche für Ihre Organisation gelten, stellt die Rechtsabteilung fest; die Punkte oben liefern ihr die fachliche Grundlage. Ein Vermerk der Rechtsabteilung mit Datum liegt vor; eine Einschätzung aus dem Projektteam ersetzt ihn nicht.
Ohne diese Angaben bleibt der Nachweis ein Schulungszertifikat
Wer die Rollen nicht kennt, schult alle gleich. Wer keine Baseline hat, kann eine Wirkung weder zeigen noch widerlegen. Wer die Übergabepunkte nicht benannt hat, findet die verantwortliche Person erst, wenn eine fehlerhafte Ausgabe weitergegeben wurde. In den Rollouts, die wir begleitet haben, waren die Übergabepunkte der Punkt, an dem die Liste am häufigsten offen blieb, weil die Bereiche die Prüfung als selbstverständlich ansahen und nirgends festgehalten hatten.
Die Strecke beschreibt in den folgenden Beiträgen, was ein Kompetenzprogramm je Rolle über die Pflicht hinaus leistet, wie die Messung vor und nach der Maßnahme abläuft und wie Wissen aus dem Rollout auffindbar bleibt. Der nächste Beitrag: `schulungspflicht-erfuellt-arbeit-unveraendert`.
